{"id":10,"date":"2009-11-01T16:10:33","date_gmt":"2009-11-01T15:10:33","guid":{"rendered":"http:\/\/gw3.xn--allesfralle-yhb.de\/?p=10"},"modified":"2009-11-01T16:10:33","modified_gmt":"2009-11-01T15:10:33","slug":"das-gw3-trotzt-dem-bagger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/gw3.xn--allesfralle-yhb.de\/?p=10","title":{"rendered":"Das GW3 trotzt dem Bagger!"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { size: 21cm 29.7cm; margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Seit Sommer rollen Bagger an der Uni. Das letzte St\u00fcck Wildnis an der Uni wird platt gemacht, um einen neuen &#8222;Campus Park&#8220; entstehen zu lassen. Doch nicht nur Brombeerstr\u00e4ucher und alte, wohlgewachsene Birken m\u00fcssen weichen, vor wenigen Tagen lie\u00df die Unileitung durchsickern, dass auch das GW3 weg soll. Deadline soll(te) der 02.11.2009 sein.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Ein neues Prestige-Projekt entsteht und das letzte selbstverwaltete studentische Projekt soll dabei einem repr\u00e4sentativ angelegten Park zum Opfer fallen. Das Vorhaben der Uni einen &#8222;Campus Park&#8220; zu errichten prallt auf den Widerstand der GW3-Initiative. Wir lassen nicht alles mit uns machen und schon gar nicht, wenn die Uni nicht auf studentische Bed\u00fcrfnisse eingeht, sondern sich der freien Wirtschaft anbiedert.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-size: small;\"><strong>Was ist eigentlich das GW3?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Das GW3 ist die kleine bunte H\u00fctte, welche 2004 nach dem gro\u00dfen Streik an der Uni gebaut worden ist: &#8222;Aus Raumnot entstanden, um Protestzeichen zu setzen und W\u00fcnsche zu verwirklichen.&#8220; Als die Bauarbeiten der millionenteuren zweiten Glashalle anstanden, musste das GW3 Hals \u00fcber Kopf umgesetzt werden und bekam seinen neuen jetzigen Platz auf der Wiese am Mensasee. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Das GW3 ist ein Ort, der Platz f\u00fcr eigene Gedanken und Ideen schafft, der als Treff- und Infopunkt dient und Ruhe vom allt\u00e4glichen Unistress bietet. Es ist der letzte selbstorganisierte Freiraum und stellt eine Gegenrealit\u00e4t zur &#8222;gleichgeschalteten&#8220; Uni dar. Das GW3 ist nicht nur ein Ort f\u00fcr alle, die Lust haben selbstbestimmt etwas zu machen, sondern auch der Versuch, uns den ganzen zwanghaften Strukturen in unserem Alltag an der Uni entgegenzustellen. Die Stelle, an der sich die kleine H\u00fctte nun befindet, ist dar\u00fcber hinaus keine von der Uni gn\u00e4dig zur Verf\u00fcgung gestellte. Im Gegenteil, wir Studierenden haben uns diesen Freiraum explizit selbst genommen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-size: small;\"><strong>Wie und was passiert?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Seitdem sich die bunte H\u00fctte auf der Wiese direkt neben dem Mensasee befindet, erfreut sie sich an besonderer Beliebtheit. Das GW3 wird gesehen. Nicht nur Studierende und Dozent_innen, welche tagt\u00e4glich daran vorbeilaufen, sondern auch Besucher_innen nehmen es wahr. Es werden Fotos gemacht und nach und nach wurde es ein Teil dieser Uni. Das GW3 als Charakteristikum und Besonderheit, das Bremer Universit\u00e4t von anderen abhebt. Zudem finden besonders seit dem Fr\u00fchjahr wieder zahlreiche Veranstaltungen statt. Das GW3 wird genutzt und belebt. Seit einigen Wochen gibt es au\u00dferdem eine regelm\u00e4\u00dfige VoK\u00fc. Das angebotene vegane Essen zum Selbstkostenpreis stellt nicht nur eine Alternative zum Mensaessen dar, sondern soll auch Antwort auf die Abschaffung der Mittagspause an der Uni sein. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\"><span style=\"font-size: small;\">GW3 lebt. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Parallel zu all den am GW3 stattfindenden Aktivit\u00e4ten, entwickelten Unileitung und Wirtschaftssenator Ralf Nagel (SPD) von der Wirtschaftsf\u00f6rderung Bremen (WFB) das Projekt &#8222;Campus Park&#8220;. 886.000\u20ac stellten das Wirtschaftsressort und die Bildungsbeh\u00f6rde zur Verf\u00fcgung. Mit diesem Geld soll ein &#8222;Ort der Identifikation, der einen wertvollen Beitrag zum Standortmarketing des Technologieparks leisten wird.&#8220;, geschaffen werden. Dazu geh\u00f6ren neben den 50 stehengelassenen B\u00e4umen, dem kl\u00e4glichen Rest des ehemaligen kleinen Waldes, eine repr\u00e4sentative Fu\u00dfg\u00e4ngerpromenade und 4,5 ha terrassenartige Rasenstufen mit steinernen Sitztreppen. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Dieses Vorhaben befindet sich seit August\/September in der konkreten Umsetzung. Mit Bagger und anderem schweren Ger\u00e4t wurde das letzte St\u00fcck Natur an der Uni niedergewalzt. Doch es geht noch weiter. Denn nicht nur das St\u00fcckchen Wildnis, sondern  auch die Wiese am Mensasee soll f\u00fcr das Projekt &#8222;Campus Park&#8220; umgestaltet werden. Ganz konkret soll ein breiter asphaltierter Fahrrad- und Fu\u00dfg\u00e4ngerweg errichtet werden. Zudem werden die letzten Hecken und Str\u00e4ucher am Ufer des Mensasees weichen m\u00fcssen. Stattdessen wird es steinerne Treppenstufen mit Blick auf das tr\u00fcbe Wasser geben. Die Stufen sind bereits bestellt und auch schon bezahlt. Dass das GW3 als studentisches Projekt diesen Pl\u00e4nen r\u00e4umlich gesehen im Wege steht, war der Unileitung bewusst. Trotzdem hielt sie es nicht f\u00fcr n\u00f6tig, uns Studierende von ihrem Vorhaben zu informieren. Erst vor einigen Tagen fand eine Mitarbeiterin des Bau-Dezernat 4 den Weg auf die AStA-Etage und \u00fcberbrachte die Nachricht, dass auf Grund von Ausmessungsarbeiten, die H\u00fctte im Weg steht und definitiv weg muss. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><strong>Warum passiert das so?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Die Errichtung des &#8222;Campus Parks&#8220; ist beispielgebend f\u00fcr die Entwicklungen der Bremer Uni. Private Interessen von Unternehmen r\u00fccken immer weiter in den Vordergrund. So wird der Campus an sich nach und nach kommerzialisiert. Angefangen bei der campus\u00fcberflutenden Hochschulwerbung \u00fcber das Privatisieren von Caf\u00e9s, bis zur Niederlassung dienstleistungsorientierter Unternehmen wie Versicherungen, einem Reiseunternehmen und einem Friseur. Der Uni geht es vor allem ums Geld, weniger um die Studierenden an sich. Das zeigt sich besonders in der Bremer Wissenschaftspolitik. In der ersten Leitthese des &#8222;Hochschul Entwicklungsplan 2010&#8220; (HEP 5) hei\u00dft unter anderem: &#8222;&#8230; Ziel ist die St\u00e4rkung der regionalen Wirtschaftskraft durch Ausbildung hochqualifizierter Arbeitskr\u00e4fte, Drittmittlererfolge, Wissenschaftstransfer und Innovationen andererseits.&#8220; An diesem Plan h\u00e4lt die Uni weiterhin fest. Die \u00d6konomisierung von Studium und Forschung ist die Folge. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Nach der Abschaffung der Mittagspause folgt nun also die Errichtung eines repr\u00e4sentativen &#8222;Campus Parks&#8220;, welcher haupts\u00e4chlich dazu dient, den Technologiepark aufzuwerten und weitere Unternehmen anzulocken. So ger\u00e4t unsere Bildung immer mehr in Abh\u00e4ngigkeit von privaten Unternehmen und deren Interessen. An freie Lehre und Wissenschaft ist nicht mehr zu denken.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><strong>Warum sind wir dagegen?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Eine Universit\u00e4t mit demokratischen Strukturen sollte in aller erster Linie f\u00fcr ihre Studierenden deren Bed\u00fcrfnisse da sein. Doch stattdessen spielen wirtschaftliche Interessen inzwischen eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als Bildung. Nach der K\u00fcrzung von Lehrst\u00fchlen und der Abschaffung, sozialer aber  unrentabler Studieng\u00e4nge wie Behindertenp\u00e4dagogik, werden jetzt Tausende von Euro f\u00fcr einen Park ausgegeben, der nicht uns Studis, sondern haupts\u00e4chlich dem Technologiepark zu Gute kommen soll. Auch wird dieser Park praktisch der Garten f\u00fcr die s\u00fcndhaft teure Wohnheimresidenz eines privaten britischen Immobilienunternehmers werden. Um den Bau neuer Wohnungen f\u00fcr Studierende muss sich die Universit\u00e4t daher nicht mehr k\u00fcmmern. Dass diese angebotenen kleinen Wohnungen jedoch  f\u00fcr die Mehrheit der Studierenden nicht finanzierbar ist, ist der Uni schlichtweg egal. Solange das Angebot besteht, kann sich niemand beschweren. Die Uni schl\u00e4gt so zwei Fliegen mit einer Klappe. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Des Weiteren scheint die Uni auch vor der Zerst\u00f6rung von Natur nicht zur\u00fcckzuschrecken. Im Gegenteil, durch Verdrehung von Tatsachen will sie sich damit noch profilieren. So steht in der offiziellen Beschreibung des &#8222;Campus Parks&#8220;, dass etwa 50 B\u00e4ume dem Gel\u00e4nde erhalten bleiben. Davon, dass sich auf diesem Gel\u00e4nde viel mehr B\u00e4ume befanden und diese demzufolge der Errichtung des Parks zum Opfer fallen, steht jedoch nichts. Auch die Zerst\u00f6rung, der v.a. im Sommer beliebten Wiese nahe dem Zentralbereich, scheint ebenfalls nicht zu k\u00fcmmern. Nach und nach machen verquere K\u00f6pfe kaputt, was den Studierenden lieb und teuer ist. Die geplante Fu\u00dfg\u00e4ngerpromenade erinnert stattdessen eher an eine Shoppingmeile und so langsam stellt sich die Frage, ob die Uni tats\u00e4chlich einem Einkaufscenter gleichen m\u00f6chte. <\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Die studentische Kultur auf dem Campus und an der Uni im Allgemeinen wird nach und nach verdr\u00e4ngt und von Vielfalt ist nicht mehr viel zu sehen. Das demokratische Einbringen engagierter Studierender ist der Uni-Leitung eher ein Dorn im Auge als erw\u00fcnscht.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\"><strong>Was wollen wir tun, um das GW3 zu retten?<\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Das GW3 lebt und es soll weiter leben. Wir wollen das letzte selbstverwaltete studentische Projekt an der Uni mit allen Mittel und unter allen Umst\u00e4nden verteidigen. Wir wollen von den Entscheidungstr\u00e4ger_innen gefragt und nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Freir\u00e4ume, egal ob r\u00e4umliche oder gedankliche sind notwendig, um demokratisches Miteinander zu verwirklichen. Wir sehen es nicht ein, warum wir einer von oben aufgesetzten Machtstruktur weichen sollen. Wir Studierenden sind essenziell f\u00fcr die Uni und die kleine bunte H\u00fctte ist essenziell f\u00fcr uns. <\/span><span style=\"font-size: small;\"><strong>Daher ist die Forderung des offenen GW3-Plenums, das GW3 und die umliegende Wiese im jetzigen Zustand zu belassen. <\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Die H\u00fctte soll weder abgerissen noch umgesetzt werden. Das GW3 kann und will dem &#8222;Campus Park&#8220; nicht weichen. Zum einen, weil das GW3 eine Umsetzung rein technisch nicht \u00fcberleben wird und zum anderen, weil wir es nicht einsehen, vertrieben zu werden. Im Gegenteil, auch wir haben unsere Forderungen. Schlie\u00dflich will die Uni etwas von uns und nicht wir wollen etwas von ihr. Deshalb soll dieser selbsterk\u00e4mpfte Freiraum von uns Studierenden nicht nur geduldet und akzeptiert, sondern legitimiert und ausgeweitet werden. Es darf nicht sein, dass wir Studierende auf unsere Matrikelnummern reduziert werden. Wir sind kein blo\u00dfes Humankapital und eine Uni, die sich als offen und demokratisch repr\u00e4sentiert, hat kein Recht willk\u00fcrlich studentische Projekte zu vernichten!<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Wir alle k\u00f6nnen dazu beitragen, die Uni in ihre Schranken zu weisen und das GW3 als letzten Freiraum zu erhalten. Denn zusammen sind wir viele und haben so die Macht, Entscheidungen zu beeinflussen und zu verhindern.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Deshalb laden wir alle zu gemeinsamen Aktivit\u00e4ten und zu den offenen Treffen ein. Schreibt einfach an gw3@allesf\u00fcralle.de oder schaut am Schwarzen Brett in der N\u00e4he der Haltestelle Zentralbereich, auf der AStA-Etage und nat\u00fcrlich am GW3 vorbei.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">Solidarische Gr\u00fc\u00dfe,<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\"><span style=\"font-size: small;\">die GW3-Initiative<\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 0cm;\" align=\"justify\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Sommer rollen Bagger an der Uni. Das letzte St\u00fcck Wildnis an der Uni wird platt gemacht, um einen neuen &#8222;Campus Park&#8220; entstehen zu lassen. Doch nicht nur Brombeerstr\u00e4ucher und alte, wohlgewachsene Birken m\u00fcssen weichen, vor wenigen Tagen lie\u00df die Unileitung durchsickern, dass auch das GW3 weg soll. Deadline soll(te) der 02.11.2009 sein. 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